Unser Milizsystem ist Garant für ein gutes und sicheres Zusammenleben in der Schweiz, doch es verliert an Boden. Die eidgenössische Volksinitiative «Für eine engagierte Schweiz (Service Citoyen-Initiative)» will deshalb, dass alle junge Menschen als Teil der Grundausbildung einen zeitgemässen Einsatz zugunsten der Allgemeinheit und der Umwelt leisten, und zwar unabhängig von ihrem Geschlecht.

Ob Militärdienst, Zivilschutz, Zivildienst oder ein anderes Milizengagement – der Service Citoyen ermöglicht es allen, aktiv zum Gemeinwohl beizutragen und so die Schweiz sicherer, kohäsiver und widerstandsfähiger zu machen.

Unser Milizsystem ist Garant für ein gutes und sicheres Zusammenleben in der Schweiz, doch es verliert an Boden. Die eidgenössische Volksinitiative «Für eine engagierte Schweiz (Service Citoyen-Initiative)» will deshalb, dass alle junge Menschen als Teil der Grundausbildung einen zeitgemässen Einsatz zugunsten der Allgemeinheit und der Umwelt leisten, und zwar unabhängig von ihrem Geschlecht.

Ob Militärdienst, Zivilschutz, Zivildienst oder ein anderes Milizengagement – der Service Citoyen ermöglicht es allen, aktiv zum Gemeinwohl beizutragen und so die Schweiz sicherer, kohäsiver und widerstandsfähiger zu machen.

Der Service Citoyen in Kürze

► Jede Person leistet im Rahmen normaler Bürgerrechte und -pflichten einen Einsatz (Service Citoyen) zugunsten der Allgemeinheit.

► Der Service Citoyen wird als Militärdienst oder in Form eines im Gesetz vorgesehenen gleichwertigen Milizdienstes geleistet.

► Der Sollbestand der Kriseninterventionsdienste, insbesondere der Armee und des Zivilschutzes, ist garantiert.

► Das Gesetz bestimmt, inwiefern Personen ohne Schweizer Pass einen Service Citoyen leisten.

► Andere geltende Verfassungsbestimmungen (Ersatz des Erwerbsausfalls, Ersatzabgabe etc.) bleiben unverändert.

Initiativtext lesen

Die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (RS 101) wird wie folgt geändert:

Art. 59 Dienst zugunsten der Allgemeinheit und der Umwelt

1. Jede Person mit Schweizer Bürgerrecht leistet einen Dienst zugunsten der Allgemeinheit und der Umwelt.

2. Dieser Dienst wird als Militärdienst oder in Form eines anderen, gleichwertigen und gesetzlich anerkannten Milizdienstes geleistet.

3. Der Sollbestand der Kriseninterventionsdienste ist garantiert; dies betrifft insbesondere:

a. die Armee;
b. den Zivilschutz.

4. Personen, die keinen Dienst zugunsten der Allgemeinheit und der Umwelt leisten, obwohl sie dazu verpflichtet sind, schulden eine Abgabe; das Gesetz kann Ausnahmen vorsehen. Diese Abgabe wird vom Bund erhoben und von den Kantonen veranlagt und eingezogen.

5. Das Gesetz legt fest, ob und in welchem Umfang Personen ohne Schweizer Bürgerrecht einen Dienst zugunsten der Allgemeinheit und der Umwelt leisten.

6. Der Bund erlässt Vorschriften über den angemessenen Ersatz des Erwerbsausfalls.

7. Personen, die den Dienst leisten und dabei gesundheitlichen Schaden erleiden oder ihr Leben verlieren, haben für sich oder ihre Angehörigen Anspruch auf angemessene Unterstützung des Bundes.

Art. 61 Abs. 3–5

Aufgehoben

Art. 197 Ziff. 13

13. Übergangsbestimmung zu Art. 59 (Dienst zugunsten der Allgemeinheit und der Umwelt)

Die Bundesversammlung erlässt die Ausführungsbestimmungen zu Artikel 59 spätestens fünf Jahre nach dessen Annahme durch Volk und Stände. Treten die Ausführungsbestimmungen innerhalb dieser Frist nicht in Kraft, so erlässt der Bundesrat die Ausführungsbestimmungen innerhalb von drei Jahren nach Ablauf der genannten Frist.

hier gehts zum Text in allen vier Landesprachen

Zusammenhalt für die Zukunft

Die Service Citoyen-Initiative stärkt den sozialen Zusammenhalt, indem sie uns die Mittel gibt in einer von Individualismus geprägten Welt die grossen Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam zu bewältigen – von Naturkatastrophen, Kriegen und Migrationsströmen bis hin zu Cyberangriffen, Ernährungs- und Energieknappheit. Wer sich kennt, hält zusammen: Gemeinsames Engagement schafft Begegnungen, stärkt Vertrauen und fördert Menschlichkeit gerade in überlasteten Bereichen. So werden wir widerstandsfähiger und befähigt, füreinander zu sorgen.

Sicherheit breiter gefasst

Bedrohungen sind multidimensional und die Grenzen zwischen innerer und äusserer Sicherheit verschwimmen. Die Initiative ergänzt die traditionell, vorwiegend militärisch geprägten Vorstellungen von Sicherheit um zivile Ansätze und erkennt, dass moderne Gefahren umfassende Ansätze erfordern. Mit der vorausschauenden Aktualisierung des Dienstpflichtsystems und der Stärkung ziviler sowie militärischer Schutzinstrumente schafft sie Resilienz und die Grundlage für flexible, wirksame Krisenreaktionen.

Alle für alle

Heute leistet nur ein Drittel der Jugendlichen einen Dienst, meist Männer im Militär. Die Initiative eröffnet neue Möglichkeiten für alle, sich zu engagieren – ob als Soldat, Rettungsschwimmerin oder Feuerwehrfrau. Sie transformiert die rein militärische und männliche Wehrpflicht in einen Service Citoyen für alle und sorgt für aktiv gelebte Gleichstellung, indem sie auf das Potential aller setzt – auch der bisher Ausgeschlossenen wie Frauen, «Untauglichen», Ausländerinnen und Ausländer. Jede Person kann, entsprechend den eigenen Stärken und Möglichkeiten, einen Beitrag leisten.

Entwicklung von Kompetenzen

Milizengagement wird im Service Citoyen Teil der Grundausbildung. Junge Menschen erwerben durch ihre Teilnahme an Projekten, Initiativen und Diensten im Anschluss an ihre Grundbildung nützliche Fähigkeiten und Kompetenzen. Dies kommt nicht nur den Einzelnen direkt zugute, sondern auch der Gemeinschaft und den Arbeitgebern, die auf kompetente und engagierte Menschen zählen können.

Starke Milizinstitutionen

Die Initiative setzt auf Pflichtbewusstsein, individuelle und kollektive Verantwortung und stärkt somit den Milizgedanken. Heute sind generell weniger Leute bereit, sich längerfristig in der Miliz zu engagieren, was zu operativen Schwierigkeiten bei freiwilligenbasierten Institutionen führt. Die Initiative wertet das Milizengagement in all seinen Formen auf. Wer schon früh fürs Engagement sensibilisiert wird, ist später auch eher bereit, sich freiwillig (weiter) zu engagieren.

Umwelt und Ernährungssicherheit auch im Fokus

Nur 9% der Zivildiensttage entfallen auf den Umweltbereich und 3% auf die Landwirtschaft. Dabei sind Klimakrise und Ernährungssicherheit zentrale Herausforderungen. Die Initiative setzt Kräfte frei, um natürliche Lebensgrundlagen zu bewahren, die Kulturlandschaft zu pflegen, regionale Ernährungssysteme zu stärken und Resilienz gegenüber Umweltkrisen aufzubauen. So sichern wir Biodiversität und Versorgung – lokal, national, global.

Initiativkomitee

Quentin Adler, Präsident Verein Service Citoyen, Feldweibel dann Zivi | Islam Alijaj, SP Nationalrat Zürich, Inklusionspolitiker, Social Entrepreneur | Emmanuel Amoos, SP Nationalrat Wallis | Jorgo Ananiadis, Präsident Piratenpartei Schweiz & Bern, Gemeinderat | Jonathan Binaghi, Historiker, Offizier in der Schweizer Armee, Alt Schweizer Gardist | Sarah Brunner, Diversity Fachexpertin bei der Fachstelle Frauen in der Armee und Diversity (FiAD, VBS) | Infanterie Kompaniekommandantin, ehem. UNO-Beobachterin | Sarah Bünter, ehem. Präsidentin Die Junge Mitte Schweiz | Philippe Burger, Vize-Präsident Piratenpartei Schweiz, Host @CyberStammtisch, Leutnant ZSO Maur, Mitglied des Gemeindeführungsorgans Maur | Rocco Cattaneo, ehem. FDP Nationalrat Tessin | Virginie Cavalli, ehem. Co-Präsidentin jGLP-Schweiz, Gemeinderätin, Lausanne | Michael Frauchiger, Gruppenführer Milizfeuerwehr | Johanna Gapany, FDP Ständerätin Fribourg | Marie-Claire Graf, Klimagerechtigkeitsaktivistin Swiss Youth for Climate, Klima-Allianz Schweiz | Corina Gredig, GLP Nationalrätin Zürich | Oliver Hegglin, Armee Fachoffizier (ehem. Kosovo, Mali), Forschungsassistent Human Security Centre | Antoine Jaquenoud, Chorleiter, Jugendarbeit VD | Charles Juillard, Ständerat Jura, Vize-Präsident Die Mitte Schweiz | Matthias Keller, Vorstand männer.ch, Vizepräsident EVP ZG, Familienmann | David Limacher, Geschäftsleitungsmitglied jGLP Schweiz & GLP Schweiz | Peter C. Meyer, Co-Präsident senior GLP ZH, ehem. Titularprofessor für Soziologie UZH, Schütze in Gebirgsinfanterie, Schutzraumchef Zivilschutz, Mitglied in Nachbarschaftshilfe ZH 6 uam | Alain Miserez, Hauptmann, Gemeinderat die Mitte Genf, Kompaniekommandant, Alt Schweizer Gardist | Nadine Putscher, Leiterin HR Schule Wald, Vorstand Die Junge Mitte ZH, Präsidentin Quartierverein Au ZH | Maja Riniker, FDP Nationalrätin Aargau | Noémie Roten, Soldatin, Militärerrichterin | Marc Rüdisüli, Präsident Die Junge Mitte Schweiz, Sanitätssoldat | Dominic Täubert, Co-Präsident jEVP Schweiz, Alt-Präsident JuPa ZH, Zivi | Alec von Graffenried, ehem. Nationalrat und grüner Stadtpräsident Bern

Zustandekommen der Initiative

21. November 2023

Die Allianzpartnerschaft

Der Verein zur Förderung des Milizengagements trägt zusammen mit folgenden Partnern die Service Citoyen-Initiative mit: die Grünliberale Partei Schweiz, die Piraten Partei Schweiz, die evangelische Volkspartei Schweiz, die Junge Mitte Schweiz, die Junge Grünliberale Schweiz, die Junge evangelische Volkspartei, die Mitte Partei Genf, die FDP Genf, Frauen im Taz (FiT), Männer.ch, das Jungparlament Kanton Zürich, das Jungparlament Kanton Genf.

Möchte deine Organisation auch Partnerin der Initiative werden? Dann melde dich bei uns unter secretariat@servicecitoyen.ch

Zum Verein

Der Verein Service Citoyen (offiziell: der Verein zur Förderung des Milizengagements ) ist ein in der Schweiz als gemeinnützig anerkannter Verein. Als nationalweite Organisation sind wir ein zentraler Akteur in Fragen rund um das Milizsystem. Wir sind #GemeinsamEngagiert. Das ist das Schweizer Erfolgsmodell. Damit das auch in Zukunft so bleibt, setzen wir uns seit über zehn Jahren mit Herzblut dafür ein – unabhängig, überparteilich und wirkungsvoll. Mehr Infos zum Verein unter milizengagement.ch